VG WORT VERTEILUNGSPLAN: Eine sich selbst entlarvende Entrüstungsrhetorik

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Das Geschrei ist groß, Opfer und Angeklagte der Rechtsstaat, der Bundesgerichtshof und ein Kläger, der Recht bekommen hat.

Seit 2002 ist die Rechtslage bekannt, seit 2012 die Rechtshängigkeit und seit ein paar Tagen das BGH Urteil. Die unverbrüchlich beschworene Solidarität zwischen Verlagen und Autoren besteht seit dem 19. Jahrhundert, also sollte nichts passieren dürfen und alle Autoren schenken gerne und aus vollem Herzen bei 1.90,-€ Stundenhonorar ihre hälftige Urheberrechtsvergütung an ihren Verleger – so, wie das im Vorfeld auch von den bestverdienenden Autoren zugesagt wurde. Erstaunlich ist nur, dass diese unbeachtliche Hälfte jetzt zum Zusammenbruch der Verlagslandschaft wie auch der VG Wort selbst führen soll. Auch sind einige Berechnungen falsch, denn die hälftige Aufteilung gilt immer, während sich das Volumen des halben Verlegerbetrags mit 70:30 zwischen Wissenschaft und Belletristik aufteilt. Wir reden hier auch nach Selbstangaben von Schecks zwischen 20 und 200% des Jahresumsatzes eines Verlags, unverzinst, seit eigentlich 2002 rechtswidrig eingesteckt und trotz Vorwissens bösgläubig ausgegeben -sogar auf Anraten des Börsenvereins – um ja in die Ausrede der „Entreicherung“ zu kommen.

Schade, dass die Verlage nicht gemeinnützig oder sonst von den großen Kulturträgern bezuschusst werden. Und eigentlich müssten die Autoren doch längst Eigentümer der Verlage sein, die sie zu 200% quersubventioniert haben. Sind sie aber nicht. Seltsam.

Die Rhetorik der Verlage, des Börsenvereins und der bestverdienenden Autoren pro WIRLIEBENUNSEREVERLAGE zeigt nun einige Enthüllungen: Es geht um richtig große Summen – zweistellige Millionenbeträge jährlich Es steht schlecht um die beschworene Solidarität, eine Gehirnwäsche, die Autoren für unter 2,- arbeiten ließ

Die Verlage halten ihre Autoren offenbar für bescheuerte Schreiber

Die Verlage halten sich für Urheber

Manche spielen Verleger mit dem Spielgeld der Autoren und zwar rechtswidrig

Sie halten Selfpublishing für Schrott, obwohl sie die Verfahren für sich nutzen

Sie trauen ihren Autoren nicht über den Weg

Sie würden ihrerseits keinen Pfennig zuviel an ihre Autoren zahlen

Es ist ungewiss, ob sie den hälftigen Beitrag für die Künstlersozialkasse ihrer Autoren und vor allem Mitarbeiter, die ja so urheberrechtlich arbeiten, bezahlen könnten

Sie finden einfach nicht den Anstand, sich für die Rechtsverstöße zumindest zu entschuldigen, obwohl sie doch derart solidarisch mit den Autoren sind

Sie betreiben offen versuchte Rechtsbeugung, indem sie Politiker und willige Autoren vor ihren Karren spannen wollen, ja, die müssen (!) jetzt das Gesetz ändern

Sie diffamieren den Kläger und das Gericht

Sie entziehen sich der anständigen Lösung, die ganz große Verlage ihnen hochanständig klar vorgemacht haben: Rückstellungen bilden, so dass Rückforderungen leicht, sofort und schnell ausbezahlt werden können und natürlich verzinst

 

Wenn der Börsenverein nun einen Darlehenspool für die rückzahlungspflichtigen Verlage ohne Rückstellungen einrichten will – um an Darlehen selbstverständlich auch weiter zu verdienen – zu dem Geld hinzu, dass ungenutzt für so einen Pool herumzuliegen scheint (woher??), so zeigt das auch, wie brüchig hier die Solidaritäten zwischen Börsenverein und Verlagen sind

Die Autoren-Solidaritäts-Briefe sind verstummt. An ihnen sei es doch jetzt, eine großartige Geste zu setzen, die die Rechtswidrigkeit durch Geschenke unter den Teppich bringt

Die traurige Rolle, die hier fast alle Autorenvereinigungen gespielt haben sollte überdacht werden.

Die Abkehr von jeder guten Erziehung – ist sie Zeichen der Zeit?

FAZIT

Autoren

Beschenkt oder bestreikt die Verlage es ist eure (hoffentlich vernünftige) Entscheidung.

Werdet Selfpublisher, es kostet euch nichts, als einige Lernschritte, ihr verdient bis zu 70% und könnt davon eure kleinen Lieblingsverlage sponsern!!!

Unterschreibt, verblendeterweise, rückwirkende Verzichtserklärungen mit dem genauen Betrag, den euch die Verlage nach ihrer treuhänderischen Auskunftspflicht nennen müssen.

Verlage

Entschuldigt euch wenigstens!

Literaturbranche, achtet den Rechtsstaat!

VG WORT, führt eine Compliance Abteilung ein oder bürstet sie auf!

ALLE

Kehrt zu einer Sachargumentation zurück! Entwickelt win-win Visionen, in denen auch Autoren vorkommen!

Beendet die Angst- und Drohgebärden-Rhetorik, das ist unwürdig!

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